Die unsterbliche Krankheit

Prof. Dr. Martin Bleif ist Facharzt für Strahlentherapie und arbeitet als Leitender Arzt an der Klinik für Radioonkologie in Göppingen. Teilzeit. Hauptberuflich ist er Vater. Denn er kümmert sich um seine kleine Tochter, die er selber groß ziehen muss. Seine Frau Imogen starb mit 37 Jahren an den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung.

KrebsIch habe mir dieses Buch gekauft, weil ich selber daran erkrankte. Ich wollte wissen, was geht da in mir ab, was muss ich durchstehen, was macht das mit mir. Und ich wollte es auf zwei Arten erklärt bekommen, einmal „wissenschaftlich“, was genau passiert da mit und in den Zellen, gibt es Unterschiede und wenn ja welche, wie entsteht Krebs, warum trifft es nicht jeden… und ich wollte es auf die „menschliche“ Art erklärt bekommen. Was macht diese Krankheit mit mir. Mit meiner Familie. Mit meiner Zukunft. Habe ich noch eine?

Gleich vorweg, mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen, aber: man braucht Zeit. Es lässt sich nicht einfach so weglesen. Es ist eben auch ein wissenschaftliches Buch, wenn auch sehr gut und verständlich erklärt. Es hat alle meine Fragen beantwortet. Es hat den Krebs entmystifiziert, das war mir besonders wichtig. Denn ich war das Gerede über „Krebspersönlichkeiten“ so leid, diese für mich mittlerweile nur noch dämliche Frage, was hast du bloß falsch gemacht… Gibt es eigentlich eine „Leistenbruchpersönlichkeit“ und was machen Menschen falsch, die Vitiligo haben? Viele können sich mit mir nicht über meine Erkrankung unterhalten, die Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Tod fällt ihnen so schwer, denn ich glaube das ist es, was diese Krankheit uns vor Augen führt: wir werden eines Tages sterben.

Nachdem sich der Autor und seine Frau vom Gedanken auf Heilung verabschiedet haben, wird der Krebs für beide, wie er es nennt, zum Lehrmeister: „Er fordert uns heraus, wirklich zu leben.“ Ja, das tut er. Habe ich selber erfahren. Ich habe noch nie so gerne gelebt wie heute, da ich weiß, es kann alles von jetzt auf gleich vorbei sein. Ich habe versucht, meine Krankheit in mein Leben zu integrieren, es ist mir glaube ich ganz gut gelungen. Mein Blog PortGeschichten hat mir sehr dabei geholfen. Mittlerweile spielt Krebs da nicht mehr die Hauptrolle, es geht wirklich um leben. Einfach richtig leben.

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