Scrivener

Es ist gar nicht so leicht, etwas zu veröffentlichen. Ein Buch. Zum Beispiel. Damit befasse ich mich grade, der Text ist fast fertig, aber wie gieße ich ihn in welche Form? Es ist ein relativ einfaches Projekt, ich brauchte kaum recherchieren, weil es sich um die Geschichte einer Familienkrankheit handelt, so wird Alzheimer doch oft genannt. Aber dazu dann später mehr. Hier geht es erst mal nur um die Erstellung.

Seit langem suche ich etwas, was über ein Textverarbeitungsprogramm hinaus geht, wo ich meine Rechercheergebnisse auch mit einbinden kann, wo ich… halt ein Buchprojekt bearbeiten kann, vom ersten niedergeschriebenen Gedanken bis zum fertigen Buch.

Ich glaube, ich habe da was gefunden. Es heißt Scrivener und ist auch gar nicht teuer. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht? Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus, ich lerne es grad, was nicht ganz so leicht ist, wie versprochen, aber auch nicht zuuuuuu schwer 😎

Es wartet nämlich ein Mettmannkrimi auf seine Formgießung, in meinem Kopf ist er vollständig vorhanden, der Anfang ist auch schon raus 😑 aber nach dem Anfang geht es ja nunmal weiter und wenn daraus ein anständiges Buch werden soll, dann…

…braucht es halt was mehr 😜

Ein kleiner Vorgeschmack:

doch ich sage gleich, es braucht wirklich noch länger, weil… ich halt nur am Wochenende Zeit habe und überhaupt und wie das eben so ist, aber fertig ist er, im Kopf 😎


Prolog

Sie lachten. Alle vier lachten sie. Trieben Ruth vor sich her, die schluchzte und stolperte, aber sonst keinen Laut von sich gab. „Hey, wolltest du nicht immer schon mal fliegen? Gleich kannst Du fliegen!“ und sie lachten noch lauter. Ruth hatte Angst. Sie zitterte. Das schien die vier nicht zu beeindrucken, nichts schien sie zu beeindrucken. Sie tranken aus einer Flasche, jeder ein paar Schlucke, dann lachten sie wieder, sprangen, als tanzten sie, und zogen an ihren selbstgedrehten Zigaretten. „Ruuhuuut!! Ruuuuhtiiii“ schrie der älteste, vor dem sie die meiste Angst hatte, „gleich zeigst du uns, wie du fliegen kannst!“ Und dabei lachten sie wieder, als wären sie betrunken.

Ruth kannte das, wenn ihr Vater betrunken war, und das war er oft, dann lachte er auch so. Sie musste sich dann um die Schweine kümmern, weil er kaum noch aus dem Sessel kam. Sie arbeitete gerne im Stall, die Tiere waren anders als die Menschen. Sie wurde so oft gehänselt. Bei den Tieren hatte sie Ruhe. Wenn der Spaß hier vorbei war, dann würde sie wieder in den Stall gehen. Irgendwann lassen sie nach, das war immer so. Wenn sie ihren Spaß gehabt hatten, dann hörten sie auf. Schubsten sie noch ein wenig hin und her und liefen dann nach Hause. Zu ihren betuchten Familien, wie ihr Vater sie immer abfällig nannte, in eine Welt, die Ruth nicht verstand. Sie gehörte auf den Bauernhof. Zu den Tieren. Dort fühlte sie sich wohl.

Ruth stolperte vorwärts, die lachende Meute hinter ihr her. Sie wusste, wo sie gleich war, am Steinbruch. Sie wollte nach Hause. Wollte zu ihren Schweinen und endlich Ruhe haben. „Ich will nach Hause“, heulte sie „bitte lasst mich nach Hause gehen!“ „Du fliegst nach Hause!“ sagte einer von ihnen, „Ruhtiiii, du fliegst nach Hause“ und sprang hin und her, als wolle er einen Tanz aufführen. Die anderen taten es ihm gleich, erneut kreiste die Flasche und dann drehten sie sich zu ihr. Der Rand des Steinbruchs kam immer näher.

„Flieg! Flieg!“ schrien sie, „Du kannst fliegen! Ruth kann fliegen“ Immer wieder „Ruth kann fliegen! Ruth kann fliegen“ sie hörten nicht auf, kamen näher und Ruth sehnte sich nach ihren Schweinen, sie sollten endlich aufhören, sie gehen lassen, sie wollte nach Hause in den Stall, endlich Ruhe haben. Hört auf! Hört auf! Ihre Gedanken kreisten. ‚Ich will nach Hause’ war das einzige, was sie dachte, immer und immer wieder ‚ich will nach Hause’. Ihre Schreie kamen immer näher, sie hatte Angst, wollte nach Hause, endlich nach Hause. ‚Lasst mich doch gehen’ war das letzte, was sie dachte, bevor sie versuchte zu fliegen.

4 Gedanken zu “Scrivener

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